Workshopblock III

  • Lic. phil. Thomas Estermann

    Konflikte sind Ressourcen

    Referent

    Lic. phil. Thomas Estermann

     

    Zusammenfassung

    Machtkämpfe mit Jugendlichen können ganz schön unter die Haut gehen. Endlose Diskussionen, Streitereien und Wutanfälle gehören dazu. Immer öfter kommt es auch zu Eskalation und Gewalt zwischen Jugendlichen und ihren Eltern.  Ausgehend vom 5-Phasen Konfliktlösungsmodell wird aufgezeigt, wie wir in der Systemtherapie Eltern und Jugendlichen eine Aussensicht auf ihre Konflikte aufzeigen können. Beteiligte Familienmitglieder lernen, Konflikte als Chancen für die Durchsetzung eigener Interessen und zum Schutz vor Autonomieverlust wahrzunehmen. An Hand des Konfliktlösungsmodells kann aufgezeigt werden, wie Konflikte handhabbar und lösbar werden und was Eltern und Jugendliche beachten müssen, um Eskalation und Gewalt zu vermeiden.

     

    Handout (pdf 3.2 MB)

  • Prof. Dr. phil. Dipl. Psych. Klaus E. Grossmann, Dr. phil. Dipl. Psych. Karin Grossmann

    Bindungen – Das Gefüge psychischer Sicherheit und Unsicherheit

    ReferentInnen

    Dr. phil. Dipl. Psych. Karin Grossmann
    Prof. Dr. phil. Dipl. Psych. Klaus E. Grossmann

     

    Zusammenfassung

    Das neugeborene Kind ist als physiologische Frühgeburt ein Mittelhirnwesen. Organisiert werden seine Gefühle durch besondere zuverlässig verfügbarer Betreuer. Sie sind essentiell für den Säugling und als individuelle Bindungsperson nicht austauschbar. Bindungen zu weiteren Personen entwickeln sich jeweils neu. Die Qualität der Bindung hängt ab von der Feinfühligkeit der Beantwortung kindlicher Signale.


    Bindungsentwicklung ist psychisch sicher und adaptiv, wenn 1. Bindungspersonen eine sichere Zuflucht und eine sichere Basis bei Erkunden sind, und wenn 2. Gefühle ‚kohärent‘ interpretiert sind. Gefühle (innen) signalisieren dann Aspekte der Wirklichkeit (außen). Dies befördert individuelle Autonomie.


    Bei Psychischer Unsicherheit fehlen sprachlich verlässliche Stimmigkeit zwischen Gefühlen und Wirklichkeit und Reflexionen darüber. Traumatisierende kommunikative Konflikte desorganisieren den Bezug zur Wirklicheit.

  • Anna Elmiger

    Archaische Ressourcen von Familiensystemen: Aktivierung und Nutzung für Diagnose und Therapie bei Kindern, Jugendlichen und deren Familien

    Referentin

    Anna Elmiger

     

    Zusammenfassung

    Menschen sind Stammeswesen und als solche haben sie ihre Erfolge in der Evolution feiern können. Als Stammeswesen sind Menschen darauf angewiesen, Beziehungen, Beziehungsmuster, Beziehungserwartungen in ihrer Gruppe unmittelbar zu erkennen und entsprechend zu interagieren. Die Fähigkeit dazu wird seither von Generation zu Generation weitergegeben, von ererbten Genen vorbereitet und in frühen Kindheitserfahrungen entwickelt.


    Über die Fähigkeit Beziehungsmuster zu identifizieren, daraus Beziehungserwartungen abzuleiten und adäquat beantworten zu können, verfügen Menschen bereits ab dem Kindheitsalter. Diese ‚archaische’ Ressource steht (fast) allen Menschen als implizites, unmittelbar abrufbares Wissen zur Verfügung. Keine rationale Anstrengung ist nötig, um diese Ressource zum Leben zu erwecken.


    So ist es nicht erstaunlich, dass Virginia Satir eine der erfolgreichsten Methoden, zur Nutzung dieser impliziten Interaktionsressourcen im Kontext der Behandlung von Unterschichtsfamilien entwickelte; also von Familien, deren intellektuellen Ressourcen meist gering sind und deren Therapiemotivation oft in Richtung ‚Null-Bock’ tendieren.
    Der Workshop basiert auf Virginia Satir’s Ansatz der ‚Familienrekonstruktion’. Ziel des Workshops ist es, die positive Kraft dieser impliziten, archaischen Interaktionsressourcen erfahrbar zu machen.


    Zusammen mit den Teilnehmern wird ein Erstgespräch mit einer Familie re-inszeniert und so erfahrbar gemacht, wie ‚Familienskulpturen’ Interaktionskompetenzen wieder erwecken können und wie diese für Diagnose und Intervention genutzt werden können.

  • Prof. Dr. phil. Hugo Gruenwald, MSc ZFH Monika Rufer

    Systemisch-verhaltenstherapeutisches Arbeiten im Kontext der adoleszentaeren Psychiatrie: Rahmenmodell und Praxisbeispiele

    ReferentInnen

    MSc ZFH Monika Rufer
    Prof. Dr. phil. Hugo Gruenwald

     

    Zusammenfassung

    Systemisch-verhaltenstherapeutisches Arbeiten ist taegliche Praxis in der Arbeit mit Jugendlichen.  Es wird ein Rahmenmodell vorgestellt, das Orientierungshilfe und Heuristik im systemisch-verhaltenstherapeutischen Navigieren zwischen diesen beiden Orientierungen , ja Welten , sein soll. An Praxisbeispiele aus dem Bereich der adoleszentaeren stationaeren Psychotherapie (ipw) wird dieses Modell exemplifiziert und dargestellt.

  • Dr. med. Wilhelm Rotthaus

    Theorie und Praxis einer systemischen Psychotherapie mit Jugendlichen

    Referent

    Dr. med. Wilhelm Rotthaus

     

    Zusammenfassung

    Die Psychotherapie mit Jugendlichen ist nicht zufällig die zeitlich jüngste Psychotherapieform. Lange Zeit galten Jugendliche als einer Psychotherapie nicht zugänglich. Wenn ein Jugendlicher sich auf Therapie einlässt, gerät er im Prinzip in Konflikt mit seinen Entwicklungsaufgaben der Ablösung von den Eltern und anderen Erwachsenen, der Selbstbestimmung und der Orientierung an Gleichaltrigen. Dementsprechend schätzen Jugendliche zwar durchaus Gespräche mit Erwachsenen, aber sie fürchten sich vor jeder Form von Abhängigkeit. Viele Jugendliche begegnen der Therapeutin zunächst sehr zurückhaltend. Sie haben ein generelles Misstrauen im Hinblick auf die Vertrauenswürdigkeit von Erwachsenen entwickelt. Im Zweifelsfall schweigen sie oder reagieren mit Äußerungen wie "Weiß nicht ...", "Keine Ahnung ...", "Ist mir doch egal ..." oder zeigen sich im Streit mit den Eltern kämpferisch und unerbittlich. Welche guten Gründe die Jugendlichen für ihr Verhalten haben und wie man als Psychotherapeut(in) Zugang zu ihnen finden kann, ist der Inhalt dieses Vortrags.

     

    Handout (pdf 5.0 MB)

  • Dr. med. Romano Torriani

    „In kleinen Schritten zum Ziel“: Erfahrungsaustausch über Strategien in der Motivationsarbeit mit Familien

    Referent

    Dr. med. Romano Torriani

     

    Zusammenfassung

    Ein grosser Teil der psychotherapeutischen Arbeit ist chrakterisiert durch die Ausgangslage: „Diagnosen und die Indikation zur Therapie sind eindeutig, nur der identifizierte Patient macht nicht mit“. In der Vorgeschichte finden sich beim Patienten und im zugehörigen System Problemsituationen, welche wiederholt Leid und Hilflosigkeit bei Drittpersonen hervorrufen. Fachleute und Familienangehörige sind sich einig: es muss nun etwas geschehen, der/die kranke Person ist indentifiziert.

     

    Mit dieser Fremddefinition ist der Patient, der durchaus auch leidend sein kann, oft nicht einverstanden. Motivationsarbeit mit den am Problem beteiligten Personen des Systems ist demnach vor Beginn einer Psychotherapie im engeren Sinn notwendig. Meist präsentiert sich eine komplexe Ausgangslage. Familienmitglieder und bereits involvierte Fachleute haben unterschiedliche Hypothesen formuliert und erwarten eine entsprechende Berücksichtigung ihrer Haltung und ihrer Erwartungen durch den Psychotherapeuten. Der notwendige Verhandlungsprozess über mögliche erste Schritte im Aufbau eines therapeutischen Systems ist das zentrale Thema des Workshops. Kleine, konkrete Schritte sind das Ziel. Mit Kreativität und Geduld kann Vertrauen erarbeitet werden und sekundär auch die Motivation zur Zusammenarbeit beim Patienten. Im Workshop werden mit Hilfe von konkreten Fallbeispielen die unterschiedlichen Erfahrungen der Teilnehmerinnen aufgenommen und diskutiert.

     

    fileadmin/user_upload/Bilder/Kongress_2013/Handouts/Torriani__Workshop_März_Bern.pptxHandout